Andau

Tadten

St. Andrä

Im Abschied liegt die Geburt der Erinnerung! „Onyi – Der Trommler Gottes“ ist der Titel meines zweiten Buches, das im Jahr 2006 erschienen und schon vergriffen ist. In diesem Buch habe ich versucht, einen Einblick über mein bewegtes Leben zu gewähren, das am 06.08.1956 in Igbo-Ukwu in Nigeria seinen Lauf genommen hat, mit allen Höhen und Tiefen. Eine Kindheit, vom Bürgerkrieg geprägt, aber dennoch schön, da ich in einem behüteten Familienumfeld liebevoll aufgewachsen bin. Als junger Mann studierte ich nach der Grundschule in meiner Heimat Nigeria Philosophie und Psychologie. Danach bin ich mit 27 Jahren auf Einladung des damaligen Bischofs der Diözese Eisenstadt, DDr. Stephan László, im Jahr 1983 nach Österreich gekommen und studierte Theologie in Wien. 1987 wurde ich im Dom zu Eisenstadt zum Diakon geweiht und war anschließend ein Jahr als Diakon in Steinberg-Dörfl und Piringsdorf tätig. 1988 fand schließlich meine Priesterweihe, auch im Dom zu Eisenstadt, statt. Danach begann mein Leben als Priester-Seelsorger: Drei Jahre Kaplan in Deutschkreutz, ein Jahr als Pfarrmoderator in Jabing und Oberdorf, 10 Jahre als Pfarrer im Pfarrverband Jois, Winden am See und Kaisersteinbruch, 11 Jahre im Pfarrverband Purbach/See und Breitenbrunn/See. In dieser Zeit machte ich eine Psychotherapieausbildung in der Lehranstalt für systemische Familientherapie in Wien. Ich war dann zusätzlich zu meinen priesterlichen Aufgaben in diesen Jahren, psychotherapeutisch sehr aktiv. Eine Tätigkeit, die michmit Leidenschaft und Liebe zu den Menschen erfüllt.

Auf Wunsch unseres Diözesanbischofs bin ich dann im September 2013 in die Pfarre Pinkafeld gekommen und war sieben Jahre Leiter des Seelsorgeraums zum Heiligsten Jesu bestehend aus den Pfarren Pinkafeld, Grafenschachen und Kitzladen und Seelsorgestelle Sinnersdorf. Letztendlich war ich sechs Jahre in diesem Seelsorgeraum am Heideboden – davon zuerst zwei Jahre mit Mag. Gabriel Kozuch als Pfarrer und Leiter des Seelsorgeraumes.

Meine ersten Gedanken bei meinen Amtseinführungen waren immer mit Einladungen und Bitten verbunden: Nämlich, dass wir das Solo-Christentum zugunsten eines verantwortungs- und vertrauensvollen Miteinander zurücklassen, dass wir uns nicht im Gestern einschließen, sondern offen für die Gegenwart und Zukunft bleiben.

Mit diesen pastoralen Gedanken im Kopf, habe ich mit vielen sehr guten ehrenamtlichen und hauptamtlichen MitarbeiterInnen meine diversen Aufgaben begonnen. Eine wunderbare Formulierung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Dokument „Gaudium et spes,“ ist mir immer in meinem seelsorglichen Tun ein Begleiter: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“. Hier wird deutlich, dass die Kirche Weggefährte des Menschen sein darf. Die Kirche ist eine Gefährtin, die den Menschen in seiner konkreten Lebenssituation findet und begleitet. Das ist die wichtigste Herausforderung an die Kirche: Sie muss zu den Menschen gehen. Hinein in ihre Welt. Ja, dort, wo Menschen Leben miteinander teilen, Hoffnungen und Sorgen ins Gespräch bringen, Perspektiven suchen, das Leben zu verstehen suchen, da ist Jesus der unsichtbare Dritte.

In den vielen Eucharistiefeiern, Pfarrfesten, Erntedankfesten, Pfarr – und Seelsorgeraumveranstaltungen, in alldem, was das Pfarrleben ausmacht, haben wir Jesus als unsichtbaren Dritten erlebt. Meine Überzeugung ist es immer: Jeder Augenblick ist Augenblick Gottes.

Ich danke allen, die mich unterstützt haben, meinem Ko-Piloten, Pfarrmoderator Dr. Alex Josef Vellapally und den zwei Diakonen Mag. Andreas Wurzinger und Michael Haider. Danke den Mitgliedern des Pastoral -und Leitungsteams, allen Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte des Seelsorgeraumes. Danke für euer Vertrauen und für eure tatkräftige Unterstützung in den letzten sechs Jahren meines Wirkens im Seelsorgeraum am Heideboden. Ihr habt mir Rückendeckung gegeben. Danke allen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Gemeinsam haben wir alle unser BESTES gegeben, um unsere Gemeinden lebendig und hellwach zu halten. Es ist uns gelungen. Danke von Herzen. Einen schönen Dank auch den politischen Gemeinden für die gute Zusammenarbeit.

„Hör auf deine innere Stimme und auf deine eigene Intuition. Dann kannst du gar nichts falsch machen. Denn niemand weiß so genau, was für dich gut ist und was nicht, wie du selbst“ – hat mir mal mein geistlicher Begleiter im Jahr 1983, auf meinem Weg zum Priestertum mitgegeben. Ich habe immer versucht, nach diesem Motto mein Leben zu gestalten. Ich freue mich auf meinen neuen Lebensentwurf – mit all dem, was mich ausmacht. Die Erfahrungen hier im Seelsorgeraum und in dieser Umgebung haben zu meinem Wachstum als Mensch und als Priester-Seelsorger beigetragen. Einen recht schönen Dank dafür.

Danken möchte ich auch jedem einzeln von euch für jede Begegnung, „Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens, wenn es schlägt!“

Alles Liebe und Gottes reichsten Segen Euch und Euren Lieben! Bleibt gesund!

Pfarrer Mag. Dr. Peter Okeke