Manchmal wünschen wir uns auch, dass da jemand kommt und uns von unserer Angst, unserem inneren Gefängnis, befreit – ein Windhauch und alles wird anders, besser, vollkommen?
Wie kann ich mir den Heiligen Geist vorstellen? Ist er der Atem Gottes, eine Feuerzunge, eine Taube?
Schon allein die Tatsache, dass man Gott nicht erklären kann, wie soll man dann einen Geist, den Heiligen Geist, erklären oder beschreiben können.
Ich denke wir sind da wie blinde, oder taube Menschen, wir können oder wollen bestimmte Dinge nicht sehen oder hören, weil sie nicht begreifbar sind. Erkläre zum Beispiel einem Blinden die Farben des Regenbogens, die Farben so wie wir sie sehen können, oder beschreibe einem Tauben ein Lied, eine Melodie, wie wunderbar sie klingt. Blinde können die Wärme der Sonne spüren, sie aber nicht sehen, den Regen auf der Haut spüren, aber die Regentropfen nicht sehen. Glauben sie aber trotzdem, dass es eine Sonne gibt und den Regen? Taube können Musik nicht hören, aber ihre Schwingungen wahrnehmen. Sie können mit uns kommunizieren, ohne Worte, mit Gesten und Gebärden. Diese Menschen sind sehr viel empfindsamer als wir Sehende und Hörende. Sie nehmen Schwingungen wahr, die uns verborgen bleiben.
Wir spüren den Wind und können die Luft atmen – aber können wir sie sehen? So wie die Luft überall ist, kann auch der Geist überall sein. Es kann daher auch Gutes in der Luft liegen: Freundschaft, Menschen die uns Gutes tun, oder nur durch ihr Dasein uns beistehen. Gemeinschaft die uns trägt, unsere Hoffnung stärkt. Überall wo es das gibt, ist Gott in unserer Nähe, ist der Heilige Geist um uns.
Wenn wir die Sinne schärfen, uns auf das Wesentliche fokussieren, dann können wir den Heiligen Geist aufspüren – in uns wirken lassen, durch uns wirken lassen – uns vom Heiligen Geist erfüllen lassen.
Romy