Der Seelsorgeraum Heideboden wurde in einem Artikel des Martinus, der Zeitschrift unserer Diözese , porträtiert. Unter folgendem Link könnt Ihr Gabriels Gedanken zur Entwicklung des Seelsorgeraumes lesen, was wir bisher schon erreicht haben und wie er sich die weitere Entwicklung des Seelsorgeraums vorstellt. Er ist stolz auf das, was wir in allen drei Pfarren schon gemeinsam erreicht haben, nur durch sein Tun allein wäre es nicht gegangen. Und er ist überzeugt, dass der weitere gemeinsame Weg gut gelingen wird. https://www.meinekirchenzeitung.at/burgenland-martinus/c-kirche-hier-und-anderswo/wir-sind-als-seelsorgeraum-eine-gemeinschaft_a37098
„Auf der Heide blühen die letzten Rosen“ – aus Kindertagen ist mir dieses Lied des österreichischen Komponisten Robert Stolz im Ohr. Meine Mutter hat es mitgesungen, dabei meist feuchte Augen bekommen. Denn es klingt nach einem Abschied. Das Jahr hat seine Fülle verschenkt: Die Tage werden kürzer, das Licht milder, die Blätter verfärben sich und fallen von den Bäumen. Und irgendwo, zwischen Heidekraut und welkendem Gras, hält eine Rose noch einmal ihr Gesicht der Sonne entgegen. Nicht, weil sie den Herbst aufhalten könnte. Sondern, weil sie blüht.
Darin liegt ein Bild des christlichen Lebens. Auch unser Leben kennt Jahreszeiten. Es gibt Zeiten des Aufbruchs, des Wachsens und der Ernte. Und es gibt Zeiten, in denen Kräfte nachlassen, Vertrautes vergeht und wir spüren, dass nichts auf Erden einfach festgehalten werden kann. Der Herbst muss nicht geleugnet werden, damit wir hoffen dürfen. Christliche Hoffnung ist kein Schönreden des Abschieds. Sie schaut ihm ins Gesicht – und entdeckt dennoch, dass Gott nicht aufgehört hat, Leben zu schenken.
Die letzte Rose ist nicht schöner als die vorherigen, nur weil sie die letzte ist. Vielleicht sehen wir sie gerade aber bewusster und genauer: ihre Farbe, ihren Duft, die zarte Gestalt ihrer Blätter. Was vergänglich ist, kann kostbar sein. Ein guter Tag mit einem lieben Freund, ein treues Wort, eine Hand, die uns gehalten hat, ein Lachen, das ein wenig Helligkeit in den grauen Alltag brachte – all das ist Gabe. Und es darf in Dankbarkeit daran erinnert werden.
Der Glaube verspricht uns nicht, dass wir jeden Verlust vermeiden. Aber er sagt: Der Tod und die Vergänglichkeit sprechen nicht das letzte Wort über unser Leben. Papst Franziskus erinnerte daran, dass Christen Menschen des Frühlings sein sollen: nicht, weil sie den Herbst nicht kennen, sondern weil sie auf Gottes Zukunft vertrauen.
So wird die letzte Rose zu einem kleinen Zeichen gegen die Herbstdepression. Sie behauptet nicht, dass der Winter ausbleibt. Sie kann ihn auch nicht vertreiben. Aber sie sagt uns: Auch jetzt kann etwas blühen. Auch jetzt kann ein Mensch lieben, vergeben, danken, Frieden stiften. Auch jetzt kann ein Wort Hoffnung wecken. Das Reich Gottes wächst oft verborgen und unscheinbar, mitten in einer Welt, in der es auch Dunkelheit und Leid gibt.
Vielleicht ist das die stille Aufgabe des Herbstes: Uns zu lehren, nicht nur loszulassen, sondern auch wahrzunehmen, was bleibt und was weitergegeben werden kann. Die Liebe, die wir empfangen und verschenkt haben, ist nicht vergeblich. Kein Lächeln, keine Träne, kein gelebter Tag ist vor Gott verloren. Wir dürfen unser Leben mit seinen hellen und dunklen Stunden in seine Hände legen – und darauf vertrauen, dass er es vollendet.
„Auf der Heide blühen die letzte Rosen.“ Sie blühen nicht, um den Herbst zu besiegen. Sie blühen, weil Leben noch da ist. Und für den Glaubenden ist selbst das Ende eines Jahres nicht das Ende der Hoffnung. Gott führt durch die Jahreszeiten hindurch. Er lässt uns Abschied nehmen, ohne uns der Zukunft zu berauben. Denn über allem Vergänglichen steht seine Verheißung: Er macht alles neu.
Und auf Herbst und Winter folgen sicher wieder Frühling und Sommer.
Es ist noch nicht lange her, dass Papst Johannes Paul II. bei einem Besuch in Österreich unsere Heimat als „Insel der Seligen“ bezeichnet hat. Zu dieser Zeit (80er /90er Jahre des vorigen Jahrhunderts) schien dies wirklich der Fall zu sein. Trotz der Verwerfungen östlich von Österreich mit den ersten Versuchen einer Demokratisierung nach dem Kommunismus, herrschte nicht nur bei uns, sondern auf dem gesamten Kontinent Ruhe. Die Wirtschaft florierte, die persönliche Zufriedenheit erreichte einen nie gekannten Höhepunkt. Steigender Wohlstand und politische Ruhe bestimmten unser Leben. Diese Zeit konnten wir wahrlich als „Gottesgeschenk“ bezeichnen.
Wenige Jahrzehnte vorher hatten wir erst unsere Freiheit wieder erlangt und waren froh, wieder Herr im eigenen Haus zu sein. Nur ein paar Tage danach kam die erste Prüfung auf uns zu, kam es in Ungarn zu einem Aufstand gegen die regierenden Kommunisten. Ein Ereignis, dessen wir in diesen Tagen gedenken (70 Jahre). Nach Niederschlagung des Aufstandes durch die Sowjets, versuchten viele Ungarn das Land zu verlassen und fanden den einzigen Weg in die Freiheit über Andau. In diesen Herbsttagen des Jahres 1956 glich Andau einem Flüchtlingslager. Es waren mehr Flüchtlinge im Dorf als es überhaupt Einwohner gab. Mit Unterstützung internationaler Organisationen wurde die Andauer Bevölkerung Herr der Lage. Unser Eltern und Großeltern versorgten die Menschen mit Nahrung, viele Häuser wurden für die Flüchtlinge geöffnet – und die kleine Behelfsbrücke über den Einserkanal wurde als „Brücke von Andau“ weltberühmt.
Nach wenigen Tagen versiegte der Flüchtlingsstrom, und in Andau kehrte Ruhe ein. Aber nie wurde diese Zeit der Hilfsbereitschaft aus dem Gedächtnis der Andauer getilgt. Ich glaube, Gott hat dies in die Seele der Andauer eingepflanzt. Heute noch ist die Spendenfreudigkeit der Andauer eine unleugbare Selbstverständlichkeit.
Und jetzt leben wir wieder in einer Zeit, die herausfordernd viel von uns verlangt. Kriege und Krisen, wie wir, die wir noch nie Kriege erlebt haben, nie kannten, bestimmen unser tägliches Leben. Prüfungen, auf die wir leichten Herzens verzichten könnten, müssen wir erleben und verkraften. Umso mehr sollten wir daher dem Wort der Bibel vertrauen, das da sagt: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt“.
Gott stärkt uns in all den Tagen der Prüfungen – er ist nicht nur in guten Tagen mit uns sondern immer – auch dann wenn es uns schlecht geht. Umso mehr sollten wir einander daher als Gemeinschaft unterstützen, zusammenstehen und so auf die Allgemeinheit wirken. Als hilfsbereite, offene Menschen sollten wir leben und somit anderen Hoffnung geben, dass auch sie, wie James Michener in seinem Buch „Die Brücke von Andau“, sagen können: „Ich will es bei einem Satz bewenden lassen: Müsste ich je flüchten, so hoffe ich, dass es nach Österreich sein kann.“
Am Sonntag den 27. Sept. feierte die Pfarrgemeinde mit Pfarrer Mag. Martin Leitner und Diakon Andreas das Erntedankfest. Die Religionslehrerin maria Kohlenberger und Dir. Margit Binggl haben mit den Volkschülern Texte zum Erntedank einstudiert. Auch die Kindergartenkinder waren mit ihren Traktoren bei diesem Fest dabei. Im Anschluss gab es eine Fahrzeugsegnung und der PGR lud zu einer Agape ein.