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Andau

Tadten

St. Andrä

Kategorie: Einfach zum Nachdenken

Wo sind die Engel geblieben?

Kaum ist Weihnachten vorbei ist auch Schluss mit der Beschaulichkeit. Nur der vorweihnachtliche Stress ist geblieben: Geschenke aussuchen, Vorbereitungen für ein festliches Menü treffen inklusive von Laufen von Geschäft zu Geschäft und Supermarkt zu Supermarkt, Christbaum aufputzen, ungeduldige Kinder bei Laune halten, Weihnachtslieder üben.

Der Chor der Engel ist in all dem Trubel kaum zu hören. Vielleicht gibt es wirklich noch leuchtende Kinderaugen beim Anblick des mit Kerzen bestückten, geschmückten Baumes. Vielleicht aber rollen auch Tränen, weil die Schuhe, die Jeans oder die Jacke die falsche Marke tragen oder das Computerspiel nicht dem letzten Stand der Begierde entspricht. Endlich ist (scheinbar) alles überstanden!

Ein wenig trauern wir noch dem Weihnachten, „wie es früher einmal war“ nach und dem Bethlehem, das uns aus der Bibel, den Weihnachtsgeschichten und Legenden vertraut ist: ein wenig „Mitleid“ (= Herbergsuche), eine ruhige Atmosphäre (= Stall), Jubel der Engelchöre nach der Geburt, Hirtenszene etc.

Auf uns wartet schon die nächste „Herausforderung“: Geschenke müssen umgetauscht, Gutscheine eingelöst werden. Der Jahreswechsel mit Silvesterprogramm muss geplant werden. Glücksbringer aus Schokolade und Marzipan müssen besorgt werden. Auch ein kleines oder größeres Feuerwerk darf nicht fehlen: Knallfrösche, Raketen, Böller abgeschossen werden. Spaß musss sein, auch wenn alte Menschen, Kranke oder Tiere darunter leiden. Auch ältere Semester lassen sich von dieser Unsitte, die beschönigend als Tradition verstanden wird, anstecken. Gleich darauf bricht das Maximum an Jux und Tollerei aus: der Fasching.

Doch war alles wirklich so beschaulich, wie wir es uns vorstellen?

Bethlehem, eine verhältnismäßig kleine Stadt, die nun für wenige Tage der Volkszählung völlig überlaufen ist – wie bei einer Großveranstaltung unserer Zeit: Alle Hotels, Pensionen und Privatzimmer sind ausgebucht. Der in den Krippenspielen stets so böse dargestellte Wirt hat schlicht und einfach keine freien Zimmer mehr. Josef und die hochschwangere Maria hatten offenbar die Länge der Strecke und die Strapazen der Reise unterschätzt. So landeten sie in einem Stall oder einem Viehunterstand am Rande der Stadt. Von der Geburt selbst erfahren wir nichts, aber sie dürfte problemlos gewesen sein, denn Mutter und Kind werden (unmittelbar?) nachher von Hirten, die von Engeln über das Ereignis informiert wurden, aufgesucht, und sie bringen auch gleich Geschenke mit.

Weitere (hochgestellte) Gäste langen ein – mit wertvollen Gaben.

Doch dieses erhabene, so friedliche Szenario hält nicht lange. König Herodes fürchtet die Konkurrenz. Sein grausamer Entschluss, alle Kinder unter zwei Jahren (sicherheitshalber) töten zu lassen, lässt wieder Engel eingreifen, die die kleine Familie zur Flucht nach Ägypten auffordern (apokryph).

Heutzutage gehören Engel nicht mehr zu unserem Alltag. Vielleicht erzählt man noch Kindern, dass sie einen Schutzengel haben und möchte auch selbst daran glauben. So wenig wie wir ihren Gesang noch hören, scheinen sie auch nicht mehr in unser Leben einzugreifen. Sind sie noch Bindeglied zwischen Gott und uns? Helfen sie uns in schwierigen Situationen? Sind sie Übermittler von Gottes Botschaften, wie es im Alten und im Neuen Testament berichtet wird?

Dafür gibt es keinen Garantieschein, doch wir können darauf vertrauen, dass uns Gott nicht im Stich lässt und Engel auch im größten Trubel nach dem Willen des uns liebenden Gottes zur Seite stehen.

ame, 4. Jänner 2023

Ein „enkeltaugliches“ Leben

Max – ein Freund von mir, sagte mir im Gespräch, dass er seit ein paar Jahren ein „enkeltaugliches Leben“ führt. Was bedeutet das?
Ein „enkeltaugliches“ Leben ist ein solches Leben, das den nachkommenden Generationen den Weg bereitet und nicht Lebenschancen einschränkt – etwa durch Schuldenberge oder dadurch, dass nachkommende Generationen durch das eigene Leben belastet werden.
Ein enkeltaugliches Leben hat auch mit einem umweltfreundlichen Leben zu tun, mit einem Gehen auf ökologischen Zehenspitzen. „Leben mit dem Blick auf die eigenen Enkel“ kann eine Form der Lebenskunst sein. Das hat auch damit zu tun, sich gut zu überlegen, welche Lasten man kommenden Generationen aufbürdet.
Max hat mir ohne Sentimentalität beschrieben, was der Selbstmord seines Vaters mit ihm, einem 30 Jahren Mann, gemacht hat.
„Seit diesem Tag trinke ich keinen Tropfen Alkohol mehr“, sagte Max. Sein 70-jähriger Vater hat sich erschossen, „ich werde mich nie erschießen… ich glaube, wer einmal gespürt hat, was ein Suizid für die Hinterbliebenen bedeutet, wird sich selbst nicht töten“.
Das ist natürlich nur ein Aspekt eines enkeltauglichen Lebens (denke ich mir), mag aber verdeutlichen, dass ein Mensch gerade kein inselhaftes Individuum ist, sondern Person, die Beziehungen prägt und von Beziehungen geprägt wird.

Klimaschutz und Advent

Klimaschutz heißt: Macht bitte alles, was Euch möglich ist, damit die Erde nicht austrocknet, überhitzt, noch genug Rohstoffe für später da sind, …!!!!

Die Erde soll ein Ort bleiben, an dem Leben auch für unsere Generation, also der heutigen Kinder und Jugendlichen, möglich ist.

„There is no planet B“ – Es gibt keine andere Erde als diese, auf der wir jetzt leben, so ein aktueller Slogan.

Vielleicht sind die Anklebeaktionen der Klimaaktivisten nicht unbedingt geeignet, euch, die Entscheidungsträger, umzustimmen, mehr zu tun.

Auch Bilder zerstören wollen ist eine fragwürdige Maßnahme!

„Aber sagt uns, wie bekommen wir sonst noch Aufmerksamkeit zu diesem Thema? Sagt es uns und wir tun es“, so habe ich im Fernsehen eine Klimaaktivistin gehört.

Als heuer im Sommer der Zicksee ausgetrocknet ist, sind wir alle erschrocken, oder?Im Internet wurde die letzte Flasche Zickseewasser angeboten – egal, ob Fake oder nicht, das ist ein mehr als deutliches Zeichen, dass der Klimawandel auch bei uns zu erkennen ist!

Was wir alle tun können (auch wir, die Jugend, ja!)??!! Da fällt mir Einiges ein!

Einige Beispiele dazu:

  • Einfach weniger Wasser verwenden, damit der Grundwasserspiegel nicht so stark absinkt, wie heuer bei uns (Pool…??!!)
  • Nicht so oft neue Kleidung kaufen – muss es immer gleich die neueste Kollektion des Influencers XY sein, oder unsere Lieblingsmarke? Wenn wir weniger Gewand kaufen, müssen weniger Rohstoffe und Pestizide verwendet werden: nebenbei wird dann weniger Wasser verbraucht, denn Baumwolle braucht, zum Beispiel, sehr viel davon.
  • Nicht jede kurze Strecke mit dem Auto zu fahren! Ist das wirklich nötig,? Wenn wir mehr gehen oder mit dem Fahrrad fahren verringern wir nicht nur den CO2 Ausstoß, sondern fördern gleichzeitig unsere Gesundheit. Ach, mir fällt noch so viel ein…

Wir sind nicht an allem schuld, was der Klimawandel mit sich bringt, also kommen wir unschuldig dazu. Aber wir erhoffen und erwarten uns durch unseren Beitrag die Erlösung aus dieser Situation, denn manchmal sieht unsere Zukunft ziemlich düster aus!

Die Israeliten, zur Zeit von Jesu Geburt, hofften auch, im Dunkel der ungerechten Besatzung durch die Römer, dass ihnen Gott, wie in den Schriften verheißen, den Erlöser, den Messias schicken würde. Sie erwarteten sein Kommen sehnsüchtig.

Weil wir an Jesus Christus als den Retter der Welt glauben, können wir auch heute schon durch unser Handeln dazu beitragen, dass Jesu Licht der Erlösung, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern, in die Welt kommt.

Wenn wir teilen: Zeit – Geld – Geduld – Liebe – Kleidung, die uns nicht mehr passt/gefällt – Essen …, aber auch wenn wir Gottes schöne Erde erhalten und unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Worauf warten wir noch, was hindert uns daran?

Die Welt wartet sehnsüchtig auf das Licht unseres Handelns!

Andreas und Gertrud Nemeth

Friedhof – Ort der Begegnung

Zwei christliche Feiertage, die wohl den meisten Menschen bekannt sind, stehen am Anfang des Novembers, der allgemein als „Totenmonat“ gilt. Zwei Tage, die von der Thematik her eng miteinander verbunden sind: Das Hochfest Allerheiligen und Allerseelen. Die Bedeutung der Beiden, obwohl durchaus unterschiedlich, wird eng zusammen gesehen und betont vor allem das Totengedenken.
Doch Allerheiligen ist den Menschen gewidmet, die „vollendet“ sind, aufgehoben in der Liebe Gottes. Dazu zählen aber keineswegs nur die Märtyrer, Klostergründer, die großen Vorbilder für Christen, nach deren Tod Wunder geschehen, Krankenheilungen Rettung aus größter Not etc. Genauso „heilig“ ist vielleicht die Frau, die der einsamen Nachbarin ab und zu am Nachmittag Gesellschaft leistet, der Schüler, der seinen minderbegabten Kollegen beim Lernen hilft oder der Mann, der im Beruf sein Bestes gibt.
Diese Menschen, die „großen“ Heiligen und die „anonymen“ preisen wir am Allerheiligentag. Dieser Tag soll also ein Freudentag sein und ein Tag der Hoffnung, dass auch wir einst in diesen Kreis aufgenommen werden.
Der Allerseelentag dient eher dem Totengedenken. Erinnerungen werden wach, vielleicht auch Trauer. Wir beten für unsere verstorbenen Lieben, in der Hoffnung, dass sie bereits teilhaben an der ewigen Seligkeit. Wir schmücken die Gräber und entzünden Lichter.
Doch zum Titel dieses Beitrags: „Ort der Begegnung“ klingt doch sehr hochtrabend. Nun, wir treffen Freunde und Bekannte, die ebenfalls die Gräber ihrer Angehörigen besuchen, wechseln ein paar Worte, kommen in ein Gespräch über gemeinsame Bekannte, die bereits verstorben sind. Sterben und Tod sind gegenwärtig, aber auch Mitgefühl und Trost. Eines dürfen wir aber nicht vergessen: An dieser Stätte nehmen wir auch Verbindung mit unseren Toten auf – in liebendem Gedenken.
Das Allerwichtigste ist jedoch die Begegnung mit Gott, der uns am Ende unseres Lebens, wie wir zu hoffen wagen, in seiner unendlichen Barmherzigkeit und Liebe aufnehmen wird in sein Reich.

Anna Maria Edwell, November 2022

Ist beten noch passend in unserer Zeit?

Eine Frage, die immer wieder gestellt werden kann. Und gerade der Oktober, der Monat des Rosenkranzgebetes, zeigt, dass viele Menschen beten. Ich bin davon überzeugt, dass Beten immer zeitgemäß ist, da es keiner Zeit und auch nicht dem Zeitgeist unterworfen ist.
Es ist unumstritten, dass jeder Mensch beten kann, auf die Art und Weise, wie es ihm möglich ist. Der Effekt, der sich durch das Gebet einstellt, ist die Verbindung zur eigenen Seele und zu Gott.
Gerade, dann, wenn die Zeiten besonders herausfordernd sind und wir aufgefordert sind zu vertrauen, ist das Gebet eine Art Unterstützung und Bereicherung für unseren Alltag. Auch wenn manche eher meinen, dass das Gebet eine Form der Vergangenheit ist. Generell bin ich überzeugt, dass mehr Menschen beten als wir glauben.

Ein Gebet aus tiefsten Herzen ist wie eine Brücke hin zu Gott, wie ein Rettungsanker, der in den dunkelsten Phasen unseres Lebens wirkt und in den wunderschönen Zeiten, das Erlebte noch verstärkt. Durch die Vertrautheit der Worte des Gebetes spüre ich, dass da noch mehr ist, dass da noch etwas ist, was mich und mein Gebet realisiert – ich bin nicht allein, Gott ist bei mir.

Durch das Beten komme ich auch in Berührung mit jenen Menschen, die in mein Gebet mit eingeschlossen sind, Familie, Freunde, Arbeitskollegen …
Und gerade ein gemeinsames Gebet mit Anderen, ist immer wieder etwas sehr besonderes, da in diesem Beisammensein eine außergewöhnliche Atmosphäre entsteht, gleichsam ein Raum der Ruhe, der Entspannung, der Heilung, des Friedens, der Zuversicht und Hoffnung.
Und so stellt sich nicht die Frage, ob das Beten noch modern ist, sondern eher die Fragen, wie ich es selbst mit dem Gebet halte und was es in mir bewirkt. Also: Betest du auch?

Diakon Andreas

inter arma silent musae

Dieses alte, aber noch immer bekannte lateinische Sprichwort (übersetzt: Mitten im Krieg schweigen die Musen) sagt eine große, sehr aktuelle Wahrheit. Während des Krieges wird der Mensch zum besessenen Menschenjäger, zum Flüchtenden, zum Im-Versteck-Lebenden, zum Verletzten oder zum Todgeweihten. Das Denken und Fühlen der Menschen beherrscht ein Wahn, eine große Angst und Unsicherheit. Da gibt es keinen Platz für andere Gefühle, da wird keine Kultur gepflegt, der Mensch funktioniert nur noch im Notbetrieb. In Russland darf man das Wort Krieg als Bezeichnung für den „Zustand“ in der Ukraine nicht verwenden. Was ist das denn sonst? Vielleicht sollten wir eher von bestialischem Völkermord sprechen. Im Moment gibt es auch keine Aussicht auf eine Lösung. Es herrscht eher die Befürchtung, dass die Situation außer Kontrolle gerät und die Lage noch schlimmer wird.

Nach wie vor vertrete ich die pazifistische Meinung, dass man mit Waffen keinen Konflikt, kein Problem lösen kann. Auch beim Krieg in der Ukraine merken wir, dass die Waffen zu keiner Lösung führen. Aber was, wenn ein Wahnsinniger plötzlich ein anderes Land angreift? Ist da nicht die Verwendung der Waffen gerechtfertigt? Helfen die großen Waffenlieferungen und die Investitionen in die Rüstung? Ich denke, es hat einen Sinn, wenn sich ein Land in diesem Fall militärisch verteidigt, wenn es von anderen Ländern solidarisch unterstützt wird. Es zeigt wenigstens, dass auch Diktatoren nicht allmächtig sind, auch wenn sie es gern wären, dass ihnen Grenzen gesetzt werden. Für mich ist das aber noch keine Lösung. Mit Waffen kann man nur kämpfen, Krieg führen und Angst und Unsicherheit verbreiten. Es wäre sinnvoll, wenn man mindestens so viel in den Frieden investiert, in gewaltfreie diplomatische Lösungen, in die Bildung usw., als man für die Rüstung ausgibt. Ich weiß, es wird sehr viel auch in den Frieden, aber weit nicht so viel, wie in den Krieg und in Waffen investiert. Oder wie jemand gesagt hat: mit den Waffen kann man Terroristen besiegen, mit der Bildung den Terrorismus.

Was mich als Christen sehr traurig macht, ist die Haltung der Russisch-Orthodoxen Kirche, bzw. des Patriarchen Kyrill. Den Krieg leugnen, oder für notwendig halten, auch dass Krankenhäuser oder Geburtenstationen zerbombt und beschossen werden, und dann großartig die österliche Heilige Liturgie zu feiern, ist – meiner Meinung nach – Lästerung höchsten Ranges, purer Hohn!

Nichts desto trotz dürfen gerade Christen Hoffnung wider jede Hoffnungslosigkeit, Mut wider jede Angst und Unsicherheit, Ausdauer wider Resignation haben, denn das Fundament unseres Glaubens ist die Erlösung.

Gabriel, Pfarrer

Die Macht der Stimme – Wer verleiht meiner Stimme Macht?

Jeder Mensch hat eine unverwechselbare Stimme. Ihr Klang ist einzigartig und sogar das Baby im Mutterleib kann die Stimme der Mutter von anderen unterscheiden. Jedoch verändert sich die Stimme, je nachdem ob wir fröhlich oder traurig sind. Sie wird zittrig wenn wir Angst haben und manchmal versagt die Stimme, oder wird brüchig wenn uns etwas bedrückt.
Die Stimme ist auch ein Instrument – zum Beispiel, wenn wir Singen. Gesang berührt die Herzen und wirkt stärker als das gesprochene Wort. Gesang und Musik verstehen alle Menschen, egal in welcher Sprache sie Ausdruck finden, denn in der Musik schwingen Emotionen mit, die berühren. Ein Zitat von Victor Hugo lautet: „Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“.

Früher, als die Menschen noch nicht lesen konnten, war die Sprache ein wichtiges Instrument um Traditionen, Familiengeschichten und Erlebnisse weitergeben zu können. Jesu Worte und Predigten wurden auch zuerst mündlich überliefert, bevor die Evangelisten sie zu Papier brachten.
​ Wenn uns ein lieber Freund, eine liebe Freundin nach langer Zeit anruft, sagen wir meist: „Schön, deine Stimme wieder zu hören“. Unsere Stimme verleiht uns die Kraft, etwas in Worten auszudrücken. Schöne, liebliche, aber auch manchmal harte oder verletzende Worte. Ein ausgesprochenes Wort kann man nicht mehr zurücknehmen. Manchmal ist es aber notwendig unliebsame Worte auszusprechen, wenn Unrecht oder Willkür von sogenannten „Machtträgern“ ausgeübt wird. Oft sind sie sich der Folgen ihrer Handlungen nicht bewusst, oder schlimmer noch, sie wissen es und handeln trotzdem genau so. Und NEIN, dazu möchte ich nicht schweigen! Ich möchte jenen meine Stimme leihen, die unterdrückt werden und deren Stimme vor Sorge stumm geworden ist. Jenen die schweigend die Ungerechtigkeit und ihren Kummer in die Welt hinausschreien wollen. Ich denke an das Bild des Malers Edvard Munch. Es heisst: „Der Schrei“ und zeigt eine Figur mit weit offenem Mund und verängstigtem Gesichtsausdruck. Wenn man dieses Bild betrachtet, kann man den Aufschrei dieses Menschen fast hören.

Ich möchte das sagen dürfen, was mich bekümmert, was mein Herz schwer macht, auch wenn ich mich in gewissen Kreisen damit unbeliebt mache. Was ich damit bewirken kann? Vielleicht sind meine Worte ein Denkanstoß, das wäre schon viel für mich. Wenn ich schweige, bestärke ich jene, die ihre Macht ausüben oder gar missbrauchen. Manche Dinge kann ich nicht ändern, ich muss sie akzeptieren, so, wie sie sind. Aber muss ich sie schweigend hinnehmen?
Ich möchte nicht zu allem schweigen, sondern meine Stimme dann erheben, wenn mir mein Herz sagt, dass es notwendig und wichtig ist, denn dafür hat Gott mir eine Stimme gegeben.

Romy Hafner, September 2022


Dankbarkeit


Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass in aller echten menschlichen Hilfe und Verlässlichkeit Gottes eigene Wirklichkeit am Werk ist. Unsere Antwort darauf: DANKBARKEIT. Dankbarkeit ist in vertiefter Form einer der wichtigsten Aspekte des menschlichen Lebens. Im Lob Gottes drückt sich diese Dankbarkeit aus. Wer dankt, der kann von seinem „EGO“ absehen. Wer dankt, der hat begriffen, dass das Leben selbst ein Geschenk ist. Dankbarkeit heißt sensibel zu bleiben für all die Nicht-Selbstverständlichkeiten im Leben. „Ein dankbarer Mensch ist ein Optimist, der dem Leben gegenüber positiv eingestellt ist, da er sich auf die schönen Dinge im Leben konzentriert. Dadurch lassen sich auch negative Dinge gelassener hinnehmen“ (Barbara Stöckl).
Dankbarkeit ist BALSAM für die Seele. Nimm dir bitte etwas Zeit, um darüber nachzudenken, wofür du in deinem Leben dankbar bist! Das beste Medium aller Menschwerdung ist das DU. Danke für dein DU.

Euer Pfarrer Dr. Peter Okeke

Aufbrechen

Aufbrechen

Na, freut Ihr Euch schon auf den (Sommer) Urlaub?

Wohin geht die Reise? Welche Ziele sind möglich?

Was packe ich alles in den Koffer ein? Auf was kann ich im Urlaub verzichten? Brauche ich tatsächlich 5 Bücher/Woche mit?

Auf welche Gewohnheiten kann ich verzichten? Muss es wirklich ein Wiener Schnitzel am Meer sein?

Was brauche ich wirklich zum Wohlfühlen?

Oft reisen wir mit schwerem Gepäck, dabei verhindert der Druck, die 5 Bücher zu lesen, dass ich den Blick in die Landschaft am Urlaubsort schweifen lasse oder in Ruhe einen Kaffee trinke oder gar in einer kleinen Kapelle bete…

Wenn wir etwas zurück lassen, werden wir mit Neuentdeckungen reich beschenkt! Ganz sicher!

Wir brechen aber nicht nur in den Urlaub auf….

Wenn man einen Menschen kennenlernt, ist es ein Aufbruch zu möglichen gemeinsamen Zielen, auch wenn es bedeutet, auf Gewohnheiten zu verzichten, um ein neues Miteinander möglich zu machen; wenn Kinder auf die Welt kommen bricht die Beziehung zu neuen Ebenen auf, wenn ein Arbeitsplatzwechsel ansteht…

Letztlich war die Zeit der Pandemie auch ein Aufbruch in´s Unbekannte:

Wir haben gelernt, dass wir doch auf Vieles verzichten können, haben Gewohnheiten verändert und dadurch manch Neues vor der eigenen Tür entdeckt, das wir bisher übersehen haben und wurden oft reich beschenkt.

Aufbrechen verunsichert, ganz klar.

Aber auf eines brauchen wir nicht verzichten, es nimmt uns keinen Platz im Gepäck weg:

Seit der Taufe können wir uns darauf verlassen, dass Gott mit uns geht, wir sind seine geliebten Kinder, die Er nicht vergisst.

Gertrud Nemeth

Komm herab, o Heiliger Geist

Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not,

in der Unrast schenkst Du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o Du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund.

Ohne Dein lebendig Wehn, kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile Du, wo Krankheit quält.

Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile Du, wo Krankheit quält.

Wärme Du, was kalt uns hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das Dir vertraut, das auf Deine Hilfe baut, Deine Gaben zum Geleit.

Lass in der Zeit bestehn, Deines Heils Vollendung sehn, und der Freuden Ewigkeit.

Zum Nachdenken:

Ich habe selbst die Pfingstsequenz noch nie so bewusst „gehört“, wie jetzt, als ich sie abschrieb.

Vielleicht ist das ja eine Idee auch für Euch – in einer ruhigen Minute immer wieder ein paar Zeilen abzuschreiben und so zu verinnerlichen.

Dieses Gebet berührt mich immer wieder, vor allem bei Aufbrüchen.

Wir gestalten mit dieser Homepage den Medienauftritt unserer drei Pfarren neu, wir können uns endlich wieder in der begeisterten Vielfalt der Menschen unserer drei Pfarren treffen und wieder gemeinsame Aktivitäten gestalten, wieder mehr zusammenwachsen…

Was gibt es bei Euch Neues?

„Ich weiß zwar nicht, wie der Heilige Geist genau aussieht, aber ich spüre immer wieder seine Kraft und diese Kraft wünsche ich den Firmlingen“. So hat Pater Karl Schauer die Predigt zur Firmung in Andau vor drei Jahren begonnen.

Diese Kraft wünsche ich uns, den Mut zum Aufbruch, zum Durchhalten, im Endspurt vor einem Ziel, nach dem wir Sehnsucht haben… in unserer begeisterten Vielfalt auch im Seelsorgeraum.

Gertrud Nemeth